MEHRETAGENTHROMBOSE

Am häufigsten treten Venenthrombosen in den Beinen auf, oftmals in den tiefen Venen der Wadenmuskulatur. Wird das Gerinnsel nicht rechtzeitig erkannt, dehnt es sich möglicherweise aus. Sind mehrere Abschnitte des Beins betroffen, spricht man von einer Mehretagen-Thrombose.  

Dabei handelt es sich um aus mehreren einzelnen Thrombosen, d.h. durch Thromben, verursachte Verschlüsse der Blutbahn. Die Mehretagen-Thrombose tritt häufig in mehreren Bereichen oder „Etagen“ des Beins auf. Möglich ist eine Kombination einer Thrombose im Knie, im Oberschenkel und in der Wade. Der Fachmann spricht in diesem Fall von einer Drei-Etagen-Thrombose. Möglich sind Mehretagen-Thrombosen jedoch auch mit vier oder – in akuten Fällen – weiteren Etagen.

Dabei entsteht die Mehretagen-Thrombose auf folgende Weise: Der Thrombus wächst, indem sich immer neue Blutplättchen anlagern und miteinander durch Fibrin verkittet werden. So verschließt das Gerinnsel nicht nur ganze Venenabschnitte, sondern verstopft auch die Seitenäste. Ein Umgehungskreislauf wird verhindert. Es wird also immer mehr Blut gestaut, was wiederum die weitere Ausbreitung der Thrombose begünstigt. Eine Mehretagen-Thrombose kann sich so vom Unterschenkel und das Knie über den Oberschenkel bis hinein ins Becken ausbreiten.

Die maximale Ausprägung der Mehretagen-Thrombose ist die Beckenvenenthrombose. Durch den Verschluss der großen Venen im Oberschenkel oder gar Becken kommt es zu einer deutlichen Beinschwellung, die mit starken Schmerzen im betroffenen Beinabschnitt einhergehen kann. Die Haut ist infolge der Mangelversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie dem erhöhten Gewebsdruck durch die gestaute Flüssigkeit häufig bläulich verfärbt.

Besonders bei einer tiefen Oberschenkel- oder Beckenvenenthrombose ist die Gefahr groß, dass sich das Gerinnsel von der Venenwand löst und über den Blutstrom in die Lungengefäße gelangt. Der abgelöste Pfropf kann zum gefürchteten – weil lebensbedrohlichen – plötzlichen Verschluss einer Lungenarterie führen: der Lungenembolie.

Um eine Vergrößerung der Mehretagen-Thrombose zu verhindern, ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Dabei werden unter anderem sogenannte Antikoagulantien zur Blutverdünnung eingesetzt. Die Thrombose kann so durch den Körper selbst wieder abgebaut werden. Dieser Vorgang kann jedoch je nach Schwere der Thrombose mehrere Monate dauern. Während dieser Zeit ist das Risiko einer erneuten Thrombose sehr hoch, da der Körper Stoffe produziert, die das Blut schneller gerinnen lassen. Um diesem Risiko vorzubeugen, werden Patienten weiter mit einer Kumarintherapie behandelt. In einigen Fällen bleibt neben der medikamentösen Behandlung nur noch der

Letzte Aktualisierung: 05.12.2018