LUNGENEMBOLIE

Entstehung einer Lungenembolie aus einer Beinvenenthrombose

Die Lungenembolie zählt zu den gefährlichsten Komplikationen einer Thrombose. Sie entsteht in der Regel aus einer tiefen Beinvenenthrombose. Wenn sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) von der Venenwand ablöst, in der es entstanden ist, wird es mit dem Blutstrom mitgerissen. Dann passiert der Thrombus die rechte Herzkammer, die ihn in den Lungenkreislauf befördert, wo er stecken bleibt. Dort verursacht er einen plötzlichen Verschluss der Lungengefäße und damit eine akute Durchblutungsstörung der Lunge.

Etwa jede zweite Thrombose bleibt unbemerkt. Jedoch kann auch eine unbemerkte Thrombose zu einer schweren Lungenembolie führen. Die Lungenembolie kann zu Luftnot, Bluthusten, atemabhängigen Brustschmerzen sowie Bewusstlosigkeit und Kreislaufkollaps führen. Dabei treten die Symptome typischerweise plötzlich auf. Je nach Ausdehnung des betroffenen Lungenabschnitts können Symptome ganz fehlen oder nur sehr mild ausgeprägt sein, so dass auch eine Lungenembolie unbemerkt verlaufen kann.

Die Größe dieses Gerinnsels entscheidet über die Folgen: ist es sehr klein, bleibt es vielleicht sogar unbemerkt oder äußert sich in leichter Atemnot, ist es größer, kann es zu Atemnot, einer Enge im Brustkorb oder zum Kreislaufschock kommen. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und erfordert sofortiges ärztliches Eingreifen!

Nachdem die Entwicklung einer Thrombose und die Verschleppung des losgelösten Gerinnsels in die Lungenschlagader (Lungenembolie) als unmittelbare Komplikation verschiedene Facetten eines krankhaften Vorgangs sind, spricht man auch allgemein in der Gesamtheit von "Thrombose" und "Embolie" von Thromboembolie oder thromboembolischen Ereignissen.

Aufgrund der möglichen Gefahren und Komplikationen sollte beim Verdacht auf eine Thrombose immer ein Arzt aufgesucht werden. Zur sicheren Diagnose einer Venenthrombose dienen heute Ultraschall (Doppler-Sonographie) und in Einzelfällen die Phlebographie (Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel). Eventuell kann auch eine Kernspintomographie oder eine Computertomographie sinnvoll sein. Ebenso liefern Blutuntersuchungen wertvolle Hinweise, um sogenannte D-Dimere als Indikator einer tiefen Beinvenenthrombose im Blut nachzuweisen. 

Die Diagnose einer Lungenembolie erfolgt durch Risikoeinschätzung, Bluttest sowie verschiedene bildgebende Verfahren (Herzultraschall und Computertomographie).

Dieses ► Video zeigt die Entstehung einer Lungenembolie

Letzte Aktualisierung: 05.12.2018