SPÄTFOLGEN EINER VENENTHROMBOSE

Je nachdem, ob eine Thrombose den Verschluss einer Vene oder einer Arterie betrifft, verhindert das verschließende Blutgerinnsel den Abfluss zum Herzen zurück oder den Zufluss zu den Organen und Geweben.

Durch den teilweisen oder vollständigen Verschluss einer Arterie wird das umliegende Gewebe schlechter oder gar nicht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das minderdurchblutete Gewebe wird in Folge der Thrombose kalt und blass. Es kommt zu einer Ernährungsstörung der Zellen, die sogar absterben können, wenn die Sauerstoffversorgung ganz unterbrochen wurde und nicht rechtzeitig medizinische Hilfe erfolgt. Man spricht dann von einem Infarkt.

Die Folgen eines venösen Gefäßverschlusses führen ebenfalls zu einer Ernährungsstörung des Gewebes, die aber durch den gestörten Abtransport von Blut und Gewebsflüssigkeit bedingt ist und sich in einer Schwellung und Rötung äußern kann.

Postthrombotisches Syndrom

Wird die Beinvenenthrombose nicht rechtzeitig behandelt, verwächst das Gerinnsel im Lauf der Zeit fest mit der Venenwand. Es kann zwar auf diese Weise nicht mehr abgerissen werden, so dass es nicht mehr zu einer Lungenembolie kommt. Für das betroffene Bein aber bleibt die Venenthrombose nicht ohne schwerwiegende Spätfolgen.

Der Blutpfropf verwandelt sich allmählich in ein poröses Gewebe, durch das nun wieder Blut fließen kann. Eine vollständige Wiederherstellung der Vene bedeutet dies aber nicht: Es kann nicht mehr ausreichend Blut zum Herzen zurückfließen, und der ständige Blutrückstau erhöht den Druck in der Vene. Dadurch verdicken sich die Venenwände und die innen liegenden Venenklappen schrumpfen, die eine wichtige Rolle beim Rücktransport des Blutes spielen.

Zwar versuchen andere nicht geschädigte Venen die Transportaufgaben zu übernehmen, doch reicht dies für einen normalen Blutfluss aus dem Bein in der Regel nicht aus. Es tritt als eine von möglichen Spätfolgen ein chronisches Venenleiden auf, das als „postthrombotisches Syndrom" bezeichnet wird. Schwellung, Schweregefühl, Hautveränderungen bis hin zu immer wieder auftretenden Entzündungen, Schmerzen und der Neigung zum wiederholten Auftreten einer Thrombose kennzeichnen diese chronische Venenerkrankung als Folge einer Thrombose.

Die Folge: Unterschenkelgeschwür

Die schwerwiegendste Komplikation unter den Spätfolgen einer Venenthrombose im Rahmen des postthrombotischen Syndroms ist das sogenannte „offene Bein", ein schlecht heilendes Unterschenkelgeschwür, das in der Fachsprache als Ulcus cruris bezeichnet wird. Diese offene Hautwunde entsteht dadurch, dass das Blut nicht mehr richtig abfließen kann und es so zu Blutstauungen und Schwellungen des Gewebes kommt.

Entzündung der oberflächlichen Beinvenen

Venenentzündung (Thrombophlebitis)

 

Auch die Venenentzündung gehört zu den Spätfolgen einer oberflächlichen Venenthrombose: als Entzündung der dicht unter der Haut gelegenen, sogenannten oberflächlichen Beinvenen wird sie in der Fachsprache Thrombophlebitis genannt. Eigentlich handelt es sich hierbei um eine Entzündung der Venenwand. Diese kann unter anderem durch starke Wärme (wie langes Sonnenbaden, Heizkissen) oder durch Infektionen und Verletzungen ebenso hervorgerufen werden wie durch langes Stehen, Abschnürung (z. B. enge Gummibänder an Kniestrümpfen!) oder Aussackungen der Venenwände.

Der dadurch verursachte Blutstau reizt die Venenwände. Aus diesem Grund entwickeln auch häufig Menschen, die unter Krampfadern leiden, eine Thrombophlebitis.

Immer zum Arzt!

Zwar kommt es selten zu Komplikationen und in der Regel geht die Entzündung rasch wieder zurück, doch es können sich in dem entzündeten Venenabschnitt ein oder mehrere kleine Blutgerinnsel bilden. Diese verursachen selten größeren Schaden, jedoch besteht immer das Risiko, dass sich in der Tiefe des Beins ein Gerinnsel bildet.

Dieses ► Video zeigt die Entstehung einer Thrombophlebitis

Letzte Aktualisierung: 12.02.2019