SYMPTOME & BESCHWERDEN

Symptome einer Thrombose

Eine Thrombose führt nicht immer zu Komplikationen. In manchen Fällen kann der Körper sich selbst helfen und den vorhandenen Thrombus ganz oder teilweise wieder auflösen. Dann kommt es oft zu keinerlei Symptomen (Krankheitszeichen), so dass der Betroffene das Blutgerinnsel – und damit die Thrombose – gar nicht bemerkt. Bleibt der Thrombus jedoch an der Gefäßwand bestehen, kann er größer werden und somit das Blutgefäß zunehmend verschließen. Dadurch wird der Blutfluss immer weiter verlangsamt und schließlich ganz unterbrochen. In diesem Fall spricht man von einer Thrombose. Der Verschluss kann oft zum Teil umgangen werden, indem der Blutfluss über kleinere, umliegende Gefäße läuft. Gleichzeitig findet ein langsamer Abbau des Gerinnsels statt, so dass das verschlossene Gefäß im Idealfall nach einiger Zeit wieder geöffnet wird. Zudem können über die Gefäßwand Umbauprozesse stattfinden, die eine Schrumpfung des Thrombus bewirken, so dass der Durchfluss des Blutes wieder ermöglicht wird. Leider greifen diese körpereigenen Schutz- bzw. Reparaturmechanismen nicht immer ausreichend, so dass aus der krankhaften Bildung eines Blutgerinnsels häufig Folgeschäden resultieren.

Je nachdem, ob die Thrombose eine Arterie oder eine Vene betrifft, wird der Blutfluss zu den Organen und Geweben oder der Rückfluss zum Herzen gestört.

Wird eine Arterie durch einen Thrombus teilweise oder sogar ganz verschlossen, wird die Versorgung des umliegenden Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen vermindert oder sogar ganz unterbrochen. Symptome dieser Thrombose sind, dass das betroffene Gewebe kalt und blass wirkt. Infolge des Gefäßverschlusses und der resultierenden Gewebeunterversorgung kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie einem ischämischen Schlaganfall, dem akuten Koronarsyndrom (ACS) oder der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) kommen.

Typische Symptome einer arteriellen Thrombose:

  • Schmerzen und Engegefühl in der Brust 
  • Atemnot 
  • Schmerzen beim Gehen
  • Vorübergehende Lähmungen 
  • Seh- und Sprachstörungen 
  • Schwindel und Bewusstseinsstörungen

Erfahren Sie mehr über die typischen Symptome eines Schlaganfalls,einer arteriellen Thrombose im Gehirn und eines Herzinfarkts, einer arteriellen Thrombose in den Herzkranzgefäßen.

Betrifft die Thrombose eine Vene wird der Abtransport des Blutes gestört, was sich meist in Form einer Schwellung und Rötung der betroffenen Gliedmaße äußert. Venenthrombosen kommen am häufigsten in den Bein- und Beckenvenen vor. Die Venen sammeln das Blut aus dem Gewebe über kleine Kapillaren, die in größere Gefäße münden. Nur ein kleiner Teil fließt über oberflächlich gelegene Venen ab. Der größte Teil des Blutes wird über tiefe Beinvenen und die Beckenvene in Richtung Becken befördert. Mit dem Begriff Beinvenenthrombose ist demnach in der Regel eine Gerinnselbildung in den tiefen Venen gemeint. Diese führt zu einem Blutstau im Bein, dessen Symptome meist eine Schwellung und Rötung des betroffenen Beins sind - Symptome, die mit starken Schmerzen einhergehen können. Gelegentlich kommt es aufgrund der Blutstauung in den tiefen Venen auch zu einer bläulichen Verfärbung der Haut (Zyanose) und einem Hervortreten von oberflächlichen Venen.

Typische Symptome einer Thrombose in den tiefen Beinvenen:

  • Schwellung und Wärmegefühl im betroffenen Bein 
  • Gerötete und gespannte Haut, eventuell bläuliche Verfärbung 
  • Schmerzen in Fuß, Wade und Kniekehle, die sich bei Hochlagerung bessern 

Treten Symptome auf, die auf eine Thrombose hindeuten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Denn eine Thrombose, die sich bereits bemerkbar macht, ist schon weit fortgeschritten und es besteht immer die Gefahr ernsthafter Komplikationen.

Diagnose einer Venenthrombose

Bemerken Sie Symptome, die auf eine Venenthrombose hindeuten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser kann das Vorliegen einer Thrombose nachweisen oder ausschließen.

Zunächst wird die sogenannte klinische Wahrscheinlichkeit (KW) mittels formalisierter Scores (z. B. Scores nach Wells) ermittelt. Dazu werden standardisierte Informationen aus Anamnese und klinischer Untersuchung in Punktwerte umgewandelt, deren Summe den Grad der Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Thrombose widerspiegelt. Die KW wird in zwei Stufen (hoch – niedrig) oder auch in drei Stufen (hoch – mittel – niedrig) unterteilt.

Ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Thrombose gering, wird zum Ausschluss ein Labortest eingesetzt, der sogenannte D-Dimer-Test. D-Dimere sind Abbauprodukte, die im Rahmen der Thrombus-Entstehung und -auflösung gebildet werden und im Blut nachgewiesen werden können. Besteht ein hoher Verdacht auf Thrombose, wird eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) vorgenommen, wodurch eine Diagnose in den allermeisten Fällen gestellt werden kann. Bei der sogenannten Kompressionssonographie wird der Schallkopf auf die Vene gedrückt, um zu prüfen, ob diese frei oder durch eine Thrombose verschlossen ist (Abb.)

Kompressionsultraschall

Weitere Diagnosemöglichkeiten bieten Röntgenuntersuchungen der Venen (unter Verwendung von Kontrastmitteln, Phlebographie) sowie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).

Damit eine Thrombose erkannt und richtig behandelt werden kann, sollten Sie Symptome ernst nehmen und Ihren Arzt aufsuchen.

Letzte Aktualisierung: 05.12.2018