KRANKHEITSBILD > Arten und Folgen von Thrombosen


HERZINFARKT: UNTERGANG VON HERZMUSKELZELLEN

Ein älterer Mann hält sich mit der Hand an die Brust
Brustschmerzen sind oft
Anzeichen für einen Herzinfarkt

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (ein Thrombus) in einem Blutgefäß. Dieser Blutpfropf behindert den Blutstrom. Da es in der Folge zu ernstzunehmenden Komplikationen kommen kann, sind eine rasche Diagnose und Behandlung essenziell.

Auch wenn am häufigsten die Beinvenen betroffen sind, kann eine Thrombose theoretisch in jeder Ader des Körpers vorkommen – mit unterschiedlichen Folgen. Steckt das Gerinnsel in den Schlagadern (Arterien), handelt es sich um eine arterielle Thrombose. Sie ist oft der Grund für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder einen Beinarterienverschluss.

Das Tückische daran: Eine Thrombose kann unterschiedliche Beschwerden verursachen – je nachdem, welches Blutgefäß betroffen ist. Manchmal bleibt die Thrombose auch symptomlos oder macht erst nach einer Weile auf sich aufmerksam.

Beim Herzinfarkt verschließt ein Thrombus eine Arterie, die den Herzmuskel mit Blut versorgt (Herzkranzgefäße). Der Verschluss stoppt die Blutzufuhr und damit die Sauerstoffversorgung einzelner Bereiche des Herzens, wodurch es zum lebensgefährlichen Herzinfarkt kommt. Wird der Verschluss nicht innerhalb weniger Stunden behoben, ist das Absterben von Herzmuskelzellen die Folge. Diese Vernarbungen im Muskelgewebe stören die elektrische Reizleitung und beeinflussen dadurch die Kontraktionsfähigkeit des Herzens. Daher ist es besonders wichtig, nach einem Herzinfarkt schnell zu handeln, denn nur so können mögliche Spätfolgen eingedämmt werden.

Typische Alarmzeichen für einen Herzinfarkt sind plötzlich einsetzende Schmerzen in der Brustmitte und/oder hinter dem Brustbein, Schmerzen im Rücken und den Armen sowie Atembeschwerden. Manchmal treten auch kalter Schweiß, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit auf. Nicht selten leiden die Patienten unter Todesangst. Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, muss sofort der Notarzt gerufen werden!

Für den weiteren Verlauf und die Prognose sind die ersten zwei Stunden, nachdem der Herzinfarkt eingetreten ist, entscheidend. Neben der Infarktgröße beeinflusst die in dieser Zeit eingeleitete Therapie zur Wiedereröffnung des betroffenen Herzkranzgefäßes das Ergebnis erheblich. Dabei hängt das Überleben im Akutstadium besonders von zwei schweren Komplikationen ab:

•  Herzrhythmusstörungen, insbesondere das Kammerflimmern
•  Pumpversagen/kardiogener Schock


Langfristig gesehen hängt die Prognose davon ab,

•  ob sich eine Herzschwäche entwickelt,
•  wie erfolgreich die Risikofaktoren für einen weiteren Herzinfarkt behandelt werden und wie konsequent eine gesunde Lebensweise eingehalten wird,
•  ob die Herzkranzgefäß-Erkrankung fortschreitet.

Letzte Aktualisierung: 05.12.2018