KRANKHEITSBILD


RISIKOFAKTOREN EINER THROMBOSE

Foto von einer Waage und einem Blister Antibabypillen

Bei der Beurteilung der Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose unterscheidet man unter anderem zwischen angeborenen und erworbenen personenbezogenen Faktoren, bewertet aber auch akute Ereignisse wie schwere Infektionen, Operationen oder Bettlägerigkeit.

Es fallen zusätzlich weitere Risikofaktoren ins Gewicht, die mit dem persönlichen Lebenswandel einhergehen, z. B. Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht - um nur einige Faktoren zu nennen, die ohnehin negative Auswirkungen auf die Gefäßgesundheit haben. Und nicht zuletzt kann eine Blutgerinnungsstörung erblich veranlagt sein.

Es gibt mehrere Faktoren, die das Risiko eines Blutgerinnsels und somit einer Thrombose erhöhen. Erfahren Sie, welche Faktoren das sind und warum sie das Risiko fördern.

Ambulante Operationen

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Wie bei jedem operativen Eingriff wird die Blutgerinnung auch im Fall einer ambulant durchgeführten Operation in „Alarmbereitschaft" versetzt.

Obwohl der Eingriff im Allgemeinen bei den ambulanten Operationen nicht so groß ist wie im Krankenhaus, löst der operative Eingriff eine erhöhte Gerinnungstendenz aus. Das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, ist bereits erhöht, selbst wenn Patienten sonst kaum Risikofaktoren aufweisen.

Das Gleiche gilt für die Spiegelungen des Kniegelenks, die sogenannte Arthroskopie, bei der ein spezielles optisches Instrument benutzt wird, das in das Kniegelenk eingeführt wird, um es auf diese Weise zu untersuchen und notwendige Operationen vorzunehmen.

Die Tatsache, dass es sich dabei auch um eine Operation handelt, wird von Laien oft nicht wahrgenommen.

Ruhigstellung des Beins durch Gipsverbände oder Schienen

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Bekannter ist die Gefahr einer Thrombose bei „eingegipsten" Patienten, die aufgrund der durch den Gipsverband entstehenden Ruhigstellung, z. B. eines Beins, einen veränderten Blutfluss haben.

Zwar kommt dieser durch die Ruhigstellung nicht zum Erliegen, wird aber wesentlich langsamer, da die sogenannte Wadenmuskelpumpe in dieser Zeit nicht richtig arbeiten kann. Daher gehört auch die Ruhigstellung zu den Risikofaktoren für eine Thrombose.

Das Gleiche gilt natürlich für Schienen, die z. B. das Kniegelenk ruhigstellen.

Krebserkrankungen: gestörte Blutgerinnung

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Eine erhöhte Gerinnungsneigung und nachfolgend ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer venösen Thrombose findet sich auch bei bösartigen Tumorleiden (Krebserkrankung).

Die bei der Behandlung notwendigen Operationen gelten als Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose bei Krebspatienten ebenso wie die Strahlentherapie und medikamentöse Behandlungsmaßnahmen wie Chemo-, Hormon- und Antikörpertherapie.

Allgemeine Schwäche mit eingeschränkter Mobilität verstärkt die Neigung zur Gerinnselbildung bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung.

Schwangerschaft

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Auch eine Schwangerschaft gehört zu den Risikofaktoren für die Entstehung eines Blutgerinnsels.

Hier ist es ebenfalls der Hormonhaushalt, der sich auf den Organismus auswirkt. Hinzu kommt in den letzten Schwangerschaftsmonaten ein erhöhter Druck der Gebärmutter auf die Venen im Becken. Auf diese Weise können während der Schwangerschaft Krampfadern entstehen.

Wichtiger für Frauen aber ist das Risiko einer Thrombose vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft, das natürlich umso höher ist, je mehr der in diesem Abschnitt genannten Risikofaktoren vorliegen.

Fehlende Muskelpumpe

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Bei einem gesunden Menschen spielt die Bewegung eine große Rolle, damit der Blutstrom in den Beinen Richtung Herz aufrechterhalten wird. Bei jedem Schritt wird die Wadenmuskulatur benötigt, die wie eine Muskelpumpe den Fluss des Blutes aus dem Bein beschleunigt.

Bei Personen, die aufgrund einer akuten Erkrankung (z. B. einer schweren Infektion oder plötzlichen Pumpstörung des Herzens) zur Bettruhe gezwungen sind, verlangsamt sich der Blutstrom, weil er die Wadenmuskulatur nicht beansprucht.

Deshalb ist es sehr sinnvoll, bei Bettlägerigkeit immer mal wieder die Füße zu kreisen oder die Beine zu beugen und zu strecken. So kann das Risiko, durch die Bettlägerigkeit eine Thrombose zu entwickeln, etwas reduziert werden. Durch langanhaltende körperliche Inaktivität erschlafft die Muskulatur. Dadurch wird das fließende Blut verlangsamt, was die Gerinnung fördert. Auch wenn das Herz nicht richtig pumpt, fließt das Blut zusätzlich langsamer.

Beim Vorliegen einer schweren bakteriellen Infektion, wird die Blutgerinnung von der Immunabwehr angekurbelt, so dass bei körperlicher Schwäche die Inaktivität nicht nur zur fehlenden Muskelnutzung führt, sondern obendrein die gerinnungsfördernden Mechanismen aktiviert.

Nach einer Operation oder einer Verletzung braucht man eine gesteigerte Blutgerinnung für die Heilung, so dass körperliche Immobilität, z. B. postoperativ schnell zu einem erhöhten Risiko für eine Thrombose führen kann. Deshalb ist die frühzeitige Mobilisierung nach Operation und/oder Verletzung wichtig.

Fernreisen

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Bereits vierstündiges Sitzen mit angewinkelten Beinen kann bei gefährdeten Personen ausreichen, um eine Thrombose entstehen zu lassen! Diese Gefahr ist vor allem auf Fernreisen gegeben, wenn enge Sitzsituationen die Bewegungsmöglichkeiten der Beine stark einschränken (Flugzeug, Bus, Rückbank im Auto). Daher gehören auch längere Reisen zu den Risikofaktoren. Besonders Menschen mit einer Thrombose in der Vorgeschichte, mit Krampfadern, in den ersten Wochen nach größeren Operationen, aber auch Schwangere sind hiervon betroffen. Regelmäßige Betätigung der Muskelpumpe, am besten regelmäßiges Aufstehen, um sich die Beine zu vertreten, ist genauso wichtig wie die Zufuhr ausreichender Mengen alkoholfreier Flüssigkeit.

Antibabypille

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Die in der Antibabypille enthaltenen Hormone, besonders das Östrogen, fördern die Blutgerinnung und verstärken die Klebrigkeit der Blutplättchen, so dass ein zähflüssigeres Blut entsteht. Außerdem verändern sich unter der Östrogengabe die Druckverhältnisse in den Blutgefäßen sowie die Funktion der Venenwände.

Dies kann dazu führen, dass selbst bei harmlosen Erkrankungen oder kleinen Operationen eine Thrombose auftritt. Besonders in Verbindung mit anderen Risikofaktoren steigert die Einnahme dieser hormonellen Schwangerschaftsverhütungsmittel das Thromboserisiko.

Hormongabe nach den Wechseljahren

Die Wechseljahre gehen für manche Frauen mit zahlreichen Beschwerden einher. Sind die Symptome sehr stark, verschreibt der Arzt oftmals weibliche Sexualhormone, vor allem Östrogene, weil die Beschwerden durch einen Östrogenmangel bedingt sind. Diese Östrogene haben ähnlich aktivierende Auswirkungen auf die Blutgerinnung wie die Antibabypille. Die Gefahr, eine Thrombose zu entwickeln, ist zwar auch von der Art des Hormonpräparats, aber vielmehr noch vom Vorhandensein weiterer Risikofaktoren abhängig, wie z. B. eine bereits aufgetretene Thrombose oder Thrombosen bei nahen Verwandten. Wenn eine Thrombophlebitis (Venenentzündung) oder gar eine Venenthrombose vorliegt, sollten Hormontabletten nur unter Abwägung der Risiken verordnet werden.

Krampfadern

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Krampfadern, sogenannte Varizen, können zu einer chronisch venösen Insuffizienz führen, d. h. zu einer venösen Abflussstörung des Blutes im Bein. Dann kann sich infolge dieser Abflussstörung eine Thrombose entwickeln.

Akute Herzmuskelschwäche

Auch eine Herzmuskelschwäche, eine sogenannte Herzinsuffizienz, kann das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, erhöhen, denn das schwache Herz zwingt die Patienten, sich häufiger zu setzen oder gar hinzulegen, das heißt, dass diese Patienten immer wieder immobil sind. Zudem führt die verminderte Zirkulation des Blutes zu einer Erhöhung des Risikos.

Schwere akute Entzündungen

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Schwere akute Entzündungen, wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder eine Harnwegsinfektion gelten ebenfalls als Risikofaktoren einer Thrombose. Das liegt u. a. an einer erhöhten Zahl an Entzündungszellen im Blut, aber auch daran, dass die Patienten vielfach immobil (bettlägerig) sind und durch Fieber mehr Flüssigkeit als üblich verlieren bzw. auch weniger trinken.

Erfahren Sie mehr zu den Akut- und Basisrisiken aus der deutschen Leitlinie zur Vorbeugung einer Thrombose.

Letzte Aktualisierung: 26.03.2020