THERAPIE


THROMBOSESPRITZE WARUM?

Ein Frau injiziert sich eine Thrombosespritze in den Bauch

Für den Fall eines thromboembolischen Ereignisses, kann diesem z. B. mit einem niedermolekularen Heparin Abhilfe geschaffen werden.

Heparin ist eine natürlich vorkommende Substanz aus verschieden großen Molekülen, die hemmend auf die Blutgerinnung wirken. Diese Substanz, wie sie in der Natur vorkommt und aus Schweinedarm oder Rinderlunge gewonnen wird, wird als unfraktioniertes Heparin bezeichnet, das bis vor wenigen Jahren den Standard in Prophylaxe und Therapie darstellte.

Filtert man Moleküle aus dieser Substanz heraus, die biologisch aktiv, aber nicht so groß sind, entsteht eine Heparinfraktion, die als niedermolekulares Heparin bezeichnet wird, weil die Moleküle im Durchschnitt kleiner sind als im unfraktionierten Heparin. Niedermolekulares Heparin hat sich inzwischen in der klinischen Anwendung vielfach als Standard durchgesetzt.

Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wird durch diese Medikamente dosisabhängig gezielt vermindert. Auf diese Weise kann einer Thrombose vorgebeugt oder in der Behandlung einer bereits aufgetretenen Thrombose die weitere Ausdehnung des Blutgerinnsels im Blutgefäß verhindert werden. Allerdings werden alle Heparine im Magen zersetzt und dadurch unwirksam, so dass sie unter die Haut (subkutan) - z. B. unter die Bauchhaut - gespritzt werden müssen. Deshalb wird niedermolekulares Heparin auch gemeinhin als Thrombosespritze bezeichnet.

Eine Spritze täglich reicht bei der Prophylaxe aus

Niedermolekulares Heparin bietet gegenüber dem alten Standard des unfraktionierten Heparins entscheidende Vorteile. Es ist nach der Anwendung (jedes Heparin wird gespritzt) länger im Körper verfügbar, wodurch die Thrombose-Prophylaxe schon mit einer Thrombosepritze pro Tag sichergestellt ist. Das unfraktionierte Heparin hingegen muss dreimal täglich gespritzt werden. 

Bei operativen Eingriffen: frühzeitiger Einsatz notwendig

Damit ein guter Thromboseschutz erreicht werden kann, kann bereits vor einem operativen Eingriff Heparin gespritzt werden. Anschließend soll die Behandlung mit niedermolekularem Heparin so lange fortgeführt werden, bis die volle Beweglichkeit wie vor dem Eingriff wiederhergestellt ist. Bei manchen Eingriffen, z. B. nach einem Gelenksersatz durch ein künstliches Hüftgelenk oder ein künstliches Kniegelenk, kann die Thrombose-Prophylaxe noch über mehrere Wochen fortgeführt werden. Die Entscheidung über die Dauer der Anwendung des niedermolekularen Heparins fällt der Operateur.

Bei akuten internistischen Erkrankungen: Risiko nicht unterschätzen

Die Frage, in welchen Fällen bei akuten internistischen Erkrankungen eine Thromboembolie-Prophylaxe sinnvoll und notwendig ist, wird einerseits von der thrombosefördernden Eigenschaft der Erkrankung abhängen, ist aber andererseits durch das Thromboserisiko definiert, das die Patienten mitbringen. Der Arzt wird sorgfältig abwägen, ob eine Prophylaxe mittels Thrombosespritze benötigt wird oder nicht. Denn schließlich gilt es, Schaden durch thromboembolische Ereignisse vom Patienten abzuwenden.

Letzte Aktualisierung: 11.12.2018