VORBEUGUNG


WAS HEISST PROPHYLAXE?

Unter Prophylaxe versteht man Maßnahmen, die z. B. der Entstehung einer Thrombose vorbeugen. Welche Maßnahmen eingeleitet und für wie lange diese fortgeführt werden, ist abhängig vom individuellen Thromboserisiko jedes Patienten.

Meist ist es nicht ein alleiniger Faktor, der zur Entstehung einer Thrombose führt, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Bei einer Operation etwa werden Blutgefäße verletzt, was die Gefäßwandfunktion beeinträchtigt und die Blutgerinnung aktiviert. Zudem ist der Patient nach der Operation für eine gewisse Zeit bettlägerig, wodurch der Blutfluss gestört wird. In diesem Zusammenhang spielt immer auch die individuelle Veranlagung eine wichtige Rolle. Liegt eine erhöhte Neigung zur Gerinnselbildung (Thrombophilie) vor, können anscheinend harmlose Situationen, wie längeres Sitzen, z. B. während einer Flugreise oder eine kurzzeitige Bettlägerigkeit aufgrund einer akuten Erkrankung, ein relevantes Thromboserisiko bedeuten.

Risikofaktoren für venöse Thrombosen

Bei der Beurteilung des Thromboserisikos unterscheidet man das Basisrisiko vom Akutrisiko. Das Basisrisiko, auch dispositionelles Risiko genannt, umfasst angeborene und erworbene, personenbezogene Faktoren und besteht ohne den Eintritt eines akuten Ereignisses. Das Akutrisiko, auch als expositionelles Risiko bezeichnet, hingegen entsteht erst durch ein akutes Ereignis oder dessen Behandlung, z. B. einen operativen Eingriff oder eine akute Erkrankung mit Immobilisation.

Eine Tabelle beschreibt Basisrisiken und Akutrisiken für eine Thrombose

Das Gesamtrisiko ergibt sich aus der Kombination beider Risikokategorien.

Basierend auf dem bestimmten Gesamtrisiko werden bei der Prophylaxe entsprechende Maßnahmen eingeleitet, die der Entstehung einer Thrombose vorbeugen. Über die Art und Dauer der Maßnahmen zur Prophylaxe entscheidet Ihr behandelnder Arzt.

Ärzten werden medizinischen Leitlinien an die Hand gegeben, um ihren Patienten eine dem aktuellen Kenntnisstand der Medizin angemessene und systematische Behandlung und Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Aus den deutschen Leitlinien zur Vorbeugung einer Thrombose ist über die Dauer der medikamentösen Prophylaxe folgende Empfehlung zu entnehmen:

Eine Tabelle mit Indikationen und der Dauer der Thrombose Prophylaxe

Die Dauer der medikamentösen Prophylaxe soll sich unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls jeweils am Fortbestehen relevanter Risikofaktoren für venöse Thromboembolien orientieren. Nähere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt.

Mit Heparinspritzen lässt sich einer Thrombose vorbeugen. Sie werden vielfach zur medikamentösen Prophylaxe als Standard eingesetzt. Erfahren Sie hier, warum.

Letzte Aktualisierung: 11.12.2018